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2000  ::   2001  ::   2002
 




IMKP 2002
Popular Animations
 

Holger Lippmann

POPULAR ANIMATIONS 4 ELECTRONIC MUSIC

D 2001/02
  Ich wollte ein Bild-Animations-Misch-Tool zu aller Gebrauch (Zuhause, bei Partys, in Clubs, als Interieur Design...) ins Internet stellen: Animations 4 Electronic Music. Nachdem ich diese Seite in einigen Technnomusic/Electronic Music Foren annoncierte erreichte www.popular.de im April 2002 130 000 clicks aus ca. 50 Ländern, und es kam anregende Fan-Mail und Berichte über coole Projektionen z.B. in einem Tel Aviver Club und Clubs in Düsseldorf und Berlin.
Holger Lippmann

 


 
Video Scans Image 
Creation Method
 

Patrick Rau

Video Scans Image Creation Method

D 2002
  Video-Scans Image Creation Method befasst sich mit der (Um-)codierung von bewegter bildlicher Information mit Hilfe verschiedener moderner Bildmedien. Die Methode zeigt deutlich, wie man mit dem Einsatz und der Kombination verschiedener Bilderzeugungs- und Darstellungstechniken Bilder sichtbar machen kann, welche ohne Einsatz dieser Medien überhaupt nicht existent bzw. wahrnehmbar wären. Das Projekt Video-Scans Image Creation Method befasst sich mit verschiedenen medialen Ebenen, welche verschiedene Ergebnisse herbeiführen: es entstehen zum einen druckbare Bilder, bzw. werden aus Einzelbildern Filme, im nächsten Fall werden markante Bewegungsabläufe oder historische Momente zeitlich kompensiert wahrnehmbar gemacht und schließlich wird ein Konzept beschrieben, welches dem Betrachter die Möglichkeit geben soll, interaktiv die Methode wahrzunehmen, wobei er außerdem fester Bestandteil einer Ausstellung werden kann. Ein Bildschirm, auf dem ein Film läuft, wird auf einem Computerflachbett-Scanner platziert. Der Bilderzeuger Scanner dient als Wahrnehmungsapparat des vorgeführen Films, der Bildschirm als Darsteller eines Films. Ein Film wird aus vielen chronologisch angeordneten Bildern zusammengesetzt. Die Wahrnehmung eines Films ist also direkt an Zeit gebunden. Der Flachbett-Scanner ist bei der Wahrnehmung von Bildern ebenfalls an ein zeitliches Prinzip gebunden. Ein Scanner liest Bilder Linie für Linie. Dabei beeinflussen die Einstellungen des Scanners in welcher Geschwindigkeit Zeit vom Scanner wahrgenommen und zu einem neuen Bild zusammengesetzt wird. Scannt man also einen Film, so erhält man als Resultat ein Einzelbild, welches Linie für Linie aus den verschiedenen im Film zeitlich aufeinanderfolgenden Bildern zusammengesetzt wird. Ein digitales Einzelbild, welches einen zeitlichen Ausschnitt eines Films darstellt.
Patrick Rau

 


 
I Know Where Bruce Lee Lives
 

skop (Gundula Markeffsky / Peter Mühlfriedel / Tim Buesing)

I Know Where Bruce Lee Lives

D 2001
  I Know Where Bruce Lee Lives ist ein audiovisueller Online-Remixer auf der Basis von Samples aus Bruce-Lee-Filmen. Das Projekt arbeitet mit dem optischen und akustischen Vokabular des KungFu-Films und ermöglicht eine spielerische Dekonstruktion der Erzähl-Klischees und Mythen um die MartialArts-Legende Bruce Lee, der in seiner Popularität zu einer kulturellen Ikone geworden ist. Per Computertastatur oder Mausklick können rearrangierte Film-Sequenzen des KungFu-Meisters und seiner Gegner aufgerufen, gescracht und remixt werden. Die wilde Kampfakustik des KungFu-Films wird visuell durch typographische Animationen interpretiert - basierend auf einer Transkription der Klangformen in chinesische Schriftsprache. Die Ikonografie der chinesischen Schriftzeichen verbindet sich mit der Ästhetik der BruceLee-Filme und der Gangsterfilmsprache der 70´er Jahre. Der User hat die Möglichkeit, als Flash-Film-Regisseur mit dem Material zu interagieren und seinen eigenen KungFu-Filmclip zu generieren.
skop

 




IMKP 2001
How do you feel?
 

Dellbrügge & de Moll

How do you feel?

D 2001
  www.howdoyoufeel.de ist das Stimmungsbarometer des WorldWideWeb.Es ermöglicht seinen Nutzern, ihren aktuellen Gefühlszustand einzugeben und damit zur globalen Stimmung beizutragen. Aus diesen Daten ermittelt www.howdoyoufeel.de die Stimmung des Tages ebenso wie die Gefühlskurve des Jahres. Auch wenn sich der öffentliche Raum ins Internet verlagerte, die städtischen Plätze verwaisten und wir das Leben von unseren privaten Zellen aus organisierten, blieben wir dennoch durch unsere Computer miteinander verbunden.
Dellbrügge & de Moll

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insert_coin
 

Alvar Freude, Dragan Espenschied

insert_coin

D 2001
  Zwei Personen kontrollieren 250 Personen. Um die Kompetenz und Kritikfähigkeit der Anweder bezüglich des Alltags-Mediums Internet zu überprüfen, kontrollierten und manipulierten wir im Rahmen unserer Diplom-Arbeit insert_coin den Web-Datenverkehr an der Merz Akademie in Stuttgart. So verwandelten wir beispielsweise Suchmaschinen in Denunzier-Portale, veränderten aktuelle Meldungen auf Nachrichten-Sites; selbst Wörter in privater Email-Kommunikation, die über Web-Interfaces wie Hotmail abgerufen wurde, liefen durch unsere Filter. -- Und niemand bemerkte es. -- Authenzität vorzutäuschen war uns ein Leichtes, denn auch die Adressen (URLs), die Daten im Web unverwechselbar auszeichnet, wurden von uns kontrolliert. Als wir das Experiment den Studenten und Mitarbeitern der Akademie bekannt machten, interessierte sich jedoch so gut wie niemand dafür. Obwohl wir eine simpel zu befolgende Anleitung veröffentlichten, mit der jeder selbststänig, den Filter ausschalten konnte, nahm sich nur ein verschwindend geringer Teil der Studenten eine Minute Zeit, um eine einfache Einstellung vorzunehmen und so wieder an ungefilterte Daten heranzukommen. Noch mehrere Monate nach der Beendigung unseres Experiments war der Web-Zugriff von den meisten Computern der Akademie aus gefiltert. (...) Unser Experiment konnte beweisen, dass Manipulation von Internet-Inhalten sehr einfach und effizient funktionieren kann. Das Internet ist keinesfalls unkontrollierbar, ohne Hierarchien oder unabhängig von bestehenden Machtverhältnissen. Und die Benutzer bewegen sich unmündig in einem Medium, das jeden Tag mehr Bedeutung in Politik, Wirtschaft und Privatleben gewinnt.
Dragan Espenschied, Alvar Freude

 


 
Manezh Square
 

E. Jay Sims / Ken Kobland

Manezh Square 1:20pm/ Sept. 16, 1990 Moscow, USSR

USA 1998-2000
  Im September 1990 befindet sich Moskau am Vorabend eines historischen Umbruchs, pendelnd zwischen Perestroika und Zusammenbruch, Reform und Zerfall. Manezh Square ist die Aufzeichnung einer prodemokratischen Massendemonstration, die auf dem riesigen Platz vor den Mauern des Kremls abgehalten wurde. Es handelt sich um eine Art audiovisuellen "Adventskalender" der letzten Tage der Sowjetunion. Manezh Square ist eine Website, die eine interaktive 3D-Photomontage enthält, die als 360°-Panorama in QuickTime Virtual Reality abgebildet ist. Der Betrachter rollt das Bild vor und zurück, während er gleichzeitig Reden aus der Menge und aus Sendungen hört. Besonders interessant ist, dass man sich räumlich durch die Menge bewegen und dabei sowohl seine Augen über die Gesichter wandern lassen als auch einzelne Gesichter näher heranholen kann. Beim Klicken auf eine Person beginnt im unteren Teil des Bildschirms ein "innerer Monolog" dieser Person abzulaufen -- manchmal in gesprochenem Russisch mit englischen Untertiteln, dann wieder als kleiner Videoclip mit Filmmaterial aus der damaligen Zeit in Moskau: Aufnahmen von der U-Bahn, vom Tauschhandel, vom Markt, von Wandzeitungen, Ansichten von der Stadt, von kleinen Veranstaltungen und häuslichen Szenen. Dadurch wird ein Betrachter ermutigt, sich Gedanken zu machen und zu reagieren. Kommentare und Botschaften können in eine sich erweiternde Reihe von "inneren Monologen" aufgenommen werden, die den Bildschirminhalt ausmachen. Auf diese Weise ensteht eine sich fortschreibende mündlich überlieferte Geschichte aus jener historischen Epoche.
E. Jay Sims, Ken Kobland

 


 
Shop Mandiberg
 

Michael Mandiberg

Shop Mandiberg

USA 2001
  Shop Mandiberg ist eine voll funktionsfähige E-Commerce Website, auf der alles und jedes aus Michael Mandibergs persönlichem Besitz vermarktet und verkauft wird. Alles steht zum Verkauf, vom Lieblingsmantel bis zum Marmeladenglas. Eine der untergeordneten Seiten -- Michael Mandiberg, Freelance Conceptual Artist (www.mandiberg.com/time) -- stellt ein Webportal dar, dass es einzelnen Personen erlaubt, seine Zeit zu kaufen, um eine beliebige Aufgabe ausführen zu lassen: von "Photographieren" bis "Boden putzen" oder "Nichts tun". Die Nebeneinanderstellung künstlerischer, fachmännischer Arbeit und langweiliger Aufgaben soll den Betrachter dazu bringen, in Begriffen komplexer Wechselbeziehungen zwischen Kunst, Geschäft und Arbeit zu denken. Shop Mandiberg hat bisher 80.000 Zugriffe zu verzeichnen und bis jetzt über 60 Artikel aus seinem Besitz verkauft.
Michael Mandiberg

 


 
artvirus
 

Antonio Mendoza

artvirus

USA 2000/01
  Meine Website handelt von Chaos, Besitznahme, Sound-Manipulation, Pornographie, Subkultur, Virus-Kunst, html-Sampling, Netzmissbrauch, non-linearem Crash-Coding, Überwachung, intellektueller Piraterie, Hacker-Verehrung, Erzählungskollagen, Medienvervielfältigung und Technologiemissbrauch.
Antonio Mendoza

 


 
360 degrees
 

Picture Projects (Alison Cornyn, Sue Johnson)

360 degrees - Perspectives on the U.S. Criminal Justice System

USA 2001
  360 degrees entstand aus unserer Besorgnis über die steigende Zahl inhaftierter Amerikaner. Seit 1980 hat sich die Anzahl der Gefängnisinsassen vervierfacht -- über zwei Millionen Amerikaner befinden sich heute hinter Gittern. Die meisten davon sind Schwarze oder Hispanoamerikaner und außerdem arm. Unsere Strafjustiz wird von einer Gesellschaftspolitik hervorgebracht und aufrechterhalten, die häufig auf Furcht und mangelndem Verständnis basiert. Mit www.360degrees.org haben wir uns daran gemacht, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen zusammenkommen können, um Erfahrungen und Meinungen auszutauschen und sich an einem produktiven Dialog zu beteiligen. Wir hoffen, dass diese Website die allgemeine Auffassung darüber in Frage stellen wird, wer sich heutzutage im Gefängnis befindet und warum, und dass sie kleine und große Ideen anregen wird, wie wir unsere Gemeinschaft positiv verändern können.
Alison Cornyn, Sue Johnson

 




IMKP 2000
New York City Map
 

Markéta Banková

New York City Map

CZ / USA 1999
  Das Internetprojekt New York City Map ist eine Art virtueller Guide durch New York. Aber es ist kein Reiseführer im normalen Sinne. Während die Besucher durch die Web-Seiten "wandern", können sie sich aussuchen, ob sie eine bestimmte Straße "entlanggehen", sich Bilder anschauen, Musik hören oder etwas lesen wollen. In Kontrast zu herkömmlichen Stadtplänen ist das Ziel von NYCMap nicht, die Oberfläche der Stadt darzustellen oder auf die gängigen Touristenattraktionen zu verweisen. Mit der NYCMap habe ich versucht, die Atmosphäre, die Energie oder das gewisse Etwas einzufangen, was New York City so sehr unterscheidet von anderen Großstädten und ihren Wolkenkratzern.
Markéta Banková

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Hamburg Ersatz
 

Dellbrügge & de Moll

Hamburg Ersatz

D 1998-2000
  Hamburg Ersatz ist als work in progress im Rahmen von Kunst im öffentlichen Raum Hamburg seit 1998 im WWW angesiedelt. Während "Hamburg" ein Platzhalter für Stadt ist, verweist "Ersatz" auf ein Motiv, das an die Stelle einer Handlung oder Befriedigung tritt, die aktuell unmöglich ist. Als Un-Ort ist das Web ideal, um aus der hypothetischen Distanz Möglichkeitsformen des Zusammenlebens einen Platz einzuräumen.Utopien erwachsen aus der Unzufriedenheit mit dem Bestehenden und nehmen vorausdenkend dessen Veränderung vorweg. Dabei kristallisieren sich Motive heraus, die mit Glück assoziiert werden, wie z.B. die Überwindung der Schwerkraft, die mühelose Bewältigung großer Distanzen oder frei von Arbeit, Langeweile und Einsamkeit die eigenen Lebensumstände ständig zu verändern. Die Architekturentwürfe, die diese Wünsche übersetzen, visualisieren das Paradies, bevor es in Form einer neuen Gesellschaftsordung angekommen ist. Hamburg Ersatz ist ein Turm mit sieben Ebenen, von denen jede einem Schwerpunkt gewidmet ist. So stellt die erste das Haus als Zelle menschlichen Wohnens vor, das seine Bewohner formt. Im Garten der zweiten Ebene lassen sich verschiedene Stadtmodelle entdecken. Auf der Agora der dritten Ebene artikulieren sich die Ersatz-Hamburger. Im Sprechzimmer der vierten Ebene sind Gespräche mit vier Spezialisten nachzuverfolgen. Im Auditorium der fünften Ebene ersteht die Stadt als Klang. Auf der sechsten Etage lädt der Philosophenweg zum Plausch ein. Ganz oben angelangt genießt der Besucher den Ausblick ins All, die Aussicht auf Reisen zum Mond, außerirdische Siedlungsformen und den Klang der Sphärenharmonien.
Dellbrügge & de Moll

 


 
www.lost-something.co.uk
 

Adèle Prince

www.lost-something.co.uk

GB 1999/2000
  www.lost-something.co.uk ist ein Internet-Projekt, das den Höhepunkt einer derzeit laufenden Aktion des Sammelns und Dokumentierens verlorener Gegenstände darstellt. Die Website zeigt meine umfangreiche Sammlung an Fundstücken, beschreibt detailliert, wo und wann sie gefunden wurden, und versucht, ihre Eigentümer ausfindig zu machen. Es handelt sich hier um ein wahrhaftig interaktives Webdesign, das die Leute ermuntert, sich zu melden und ihr Eigentum zurückzuverlangen.
Adèle Prince

 


 
empire 24/7
 

Wolfgang Staehle

empire 24/7

USA 1999/2000
  Empire 24/7 - Sofortbilder zum sofortigen Konsum: In dieser Hommage an Andy Warhol, ursprünglich als projiziertes Environment 1999 in der Ausstellung "net_condition" in Karlsruhe installiert, überträgt eine Webcam aus dem Büro von The Thing in New York ein kontinuierliches Bild von Leona Helmsleys wertvollem Besitz, dem Empire State Building. 24/7 bezieht sich auf die "Öffnungszeiten", meist eines Geschäfts, das 24 Stunden am Tag und an 7 Tagen in der Woche geöffnet hat.
Wolfgang Staehle

 


 
Ghost City
 

Jody Zellen

Ghost City

USA 1997-99
  Ghost City lenkt den Blick auf die Verkörperungen der Stadt durch Massenmedien. Labyrinthartige Umgebungen, aufblitzende Bilder und lyrische Textpassagen bilden einen urbanen Dschungel, durch den der Besucher sich seinen eigenen Weg bahnen muss. Ghost City ist eine Collage sich bewegender Elemente, eine Stadt, bestehend aus Fragmenten der Erinnerungen, aus Zeiten und Räumen. Der Betrachter gleicht einem Wanderer, der immer neue Bedeutungen entdeckt, sich vorbei an Fassaden und Schatten durch diese Geisterstadt bewegt. Erscheinen vertraute Bilder, stellt man sich die Frage, ob man diesen Ort nicht schon einmal besucht hat.
Jody Zellen

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